In diesem Artikel habe ich darüber nachgedacht, was ich in meinem Leben als Mutter, Bloggerin und beruflich Selbstständige erreichen will.
Es ist noch ein unfertiger Text, eine Rohversion – und das ist völlig in Ordnung.
Denn auch die Frage, was ich erreichen will, hat keine endgültige Antwort, sondern verändert sich mit den Jahren, mit meinen Erfahrungen und den Menschen, die mir begegnen.
Oft sind es eher Etappen und Teilziele, die mir zeigen, ob ich noch auf dem Weg bin, den Gott für mein Herz vorbereitet hat.
Was möchte ich als Mutter mit dem bindungsbasierten Entwicklungsansatz erreichen
Mein Fokus liegt darauf, durch meine fürsorgliche Herzens-Haltung emotionale Trennungserlebnisse und andere unnötige überfordernde Situationen zu vermeiden, damit mein Kind kein Nervensystem entwickelt, das ständig im Überlebensmodus ist. Ich weiss, wenn ein Kind im Überlebensmodus ist, fliesst seine gesamte Energie in den Stress, und es bleibt kaum Kraft für die eigentliche menschliche Entwicklung. Nach Dr. Gordon Neufeld sind das wichtige Prozesse wie der Adaptionsprozess, der Integrationsprozess und der Emergent Prozess.
Mir war es immer wichtig, meinem Kind diese Entwicklung zu ermöglichen. Die Vertrauenspädagogik sehe ich dabei als einen Schlüssel, damit mein Kind sich gut entfalten kann und es vielleicht einmal einfacher hat als ich – auch wenn es mir nie nur um Methoden, sondern vor allem um seine Entwicklung ging. Über die Jahre hat sich bestätigt, dass mein Fokus auf Verbindung und das Überbrücken von Trennungserfahrungen sich wirklich lohnt. Wir wollten immer ein sicherer Hafen sein – kein Schimpfen, kein Drohen und vor allem kein Beschämen. Auch wenn ich manchmal müde war und laut wurde, sehe ich das nicht als Erziehungsmethode, sondern als ganz normale menschliche Momente.
In schwierigen Zeiten präsent bleiben
In herausfordernden Situationen, wenn ein Kind sich auf neue Umstände einstellen und ein „Nein“ annehmen musste, habe ich oft den sogenannten „Adaptions-Tanz“ praktiziert – wie Gordon Neufeld es nennt. Das bedeutet, das Nein so klar und unmissverständlich zu setzen, dass es nicht verhandelbar ist. So kann die Vergeblichkeit ins Bewusstsein sinken, Tränen der Anpassung dürfen fließen – und das Kind lernt: „Ich kann mit diesem Nein leben.“ Neufeld beschreibt dies als den Prozess, in dem Resilienz wächst. Für mich gehört dazu, das Kind nicht allein zu lassen, sondern es zu begleiten, zu trösten und die Verbindung zu halten. Diese Art der Begleitung ist für mich bis heute ein zentraler Schlüssel – damit Kinder lernen, sich an das anzupassen, was sie nicht ändern können, gut damit umzugehen und Energie für kreative Lösungen freizusetzen. Ein sehr liebevoller und hoffnungsvoller Zukunftsansatz.
Auch wenn Kinder älter werden, bleibt diese Haltung wertvoll: In herausfordernden Momenten – wenn Frust, Wut oder Enttäuschung gross sind – braucht es oft nicht sofort eine Lösung, sondern erst einmal Raum. Wenn wir zuhören, präsent bleiben und Gefühle willkommen heissen, kann sich das Nervensystem beruhigen. Erst dann wird wieder Energie frei, um klar zu denken, Kraft zu schöpfen und den nächsten Schritt zu gehen. Solche Momente bestärken mich immer wieder darin, dass der Fokus auf Verbindung und Begleitung der richtige Weg ist.
Was will ich als Bloggerin mit meinen Artikeln erreichen?
Schreiben – eine lebenslange Begleitung
Ich schreibe, seit ich mich erinnern kann. Als ich etwa 13 Jahre alt war, gab es eine Zeitschrift namens Das gelbe Heft. Gemeinsam mit meiner Mutter gab ich dort ein Inserat auf: „Suche Brieffreundin“. Es meldeten sich einige Mädchen in meinem Alter, und mit manchen entwickelte sich ein reger Briefaustausch. Besonders zu einem Mädchen entstand eine enge Freundschaft – bis sie nach Kanada auswanderte und sich der Kontakt verlor.
Schon damals war das Schreiben für mich mehr als nur Worte auf Papier. Ich führe bis heute täglich Tagebuch und halte alles fest, was ich höre, sehe oder als wichtig empfinde. Für mich ist Schreiben wie ein zweites Denken: Wenn ich es aufschreibe, kann ich es behalten. Ich verarbeite, reflektiere und entdecke beim Schreiben oft neue Zusammenhänge, Sichtweisen und Perspektiven.
Mein Start ins Bloggen
Obwohl ich also schon mein ganzes Leben schreibe, begann ich erst Ende 2024 mit dem regelmäßigen Bloggen – ausgelöst durch meinen ersten Jahresrückblick, den ich mit der Unterstützung von Judith Peters verfasste. Sie ermutigt mich und viele andere, dranzubleiben. Und tatsächlich: Mit ihrer Begleitung – und unterstützt durch ein Text-Tool wie ChatGPT – habe ich es geschafft, kontinuierlich zu schreiben.
Bloggen ohne Druck
Was ich mit meinen Artikeln erreichen will? Im Grunde geht es mir nicht um ein bestimmtes Ziel. Ich möchte vielmehr einen Raum eröffnen – zum Innehalten, Reflektieren, Gedanken sortieren und vielleicht neue Türen im Denken und Fühlen aufzustoßen.
Was mir beim Bloggen immer wieder hilft – und mich auch ermutigt, bei jedem Artikel den Button Veröffentlichen zu drücken – ist der Claim von Judith Peters: „Blog like nobody is reading“. Blogge, als würde niemand mitlesen.
Und genau so mache ich es: Ich schreibe in erster Linie für mich selbst. Oft denke ich: „Wer will schon lesen, was ich hier schreibe?“ – und das ist völlig okay. Denn mein Blog ist in erster Linie mein Raum, mein Ausdruck, mein Ort zum Denken und Reflektieren.
Wenn aber doch jemand meine Texte liest, dann hoffe und bete ich, dass meine Worte vielleicht einen kleinen Raum eröffnen – für die eigene Reise, für neue Gedanken, für einen Moment des Innehaltens. Vielleicht werden sie zu einem leisen Unterstützungswort. Mehr Anspruch habe ich gar nicht.
Was will ich als beruflich Selbstständige erreichen?
Mehr als nur ein Kurs
Ich wollte immer mehr anbieten als „nur eine Eltern-Kind-Gruppe“ oder einen Babymassagekurs. Mir ging es nie allein um die Methode, sondern um die Botschaft: Du bist unersetzlich für dein Kind – nicht in erster Linie durch das, was du tust, sondern durch das, was du bist. Viele Mütter fühlen sich heute austauschbar. In einer leistungsorientierten Welt, in der Wissen über Pädagogik und Entwicklung allgegenwärtig ist, definieren sich viele fast ausschliesslich über Fakten und Methoden. Das führt schnell zu den Fragen: „Mache ich alles richtig? Bin ich gut genug?“ – und genau das schwächt die innere Sicherheit.
Mein eigener Wendepunkt
Ich kenne dieses Gefühl selbst: Am Anfang meiner Mutterschaft erlebte ich mich als austauschbar – es war mein Normalzustand. Erst als ich das Buch von Dr. Gordon Neufeld „Unsere Kinder brauchen uns“ las, wurde ich wachgerüttelt. Plötzlich erkannte ich meinen wahren Wert für mein Kind. Damals „übernahm“ etwas in mir das Steuer: Ich bin die Mutter – und das ist unersetzlich. Die Ausbildung zur Spielgruppenleiterin habe ich 2012 nicht begonnen, um in diesem Beruf zu arbeiten, sondern als persönliche Weiterbildung – um meine Kreativität als Mutter zu stärken. Dass ich später zehn Jahre als Spielgruppenleiterin arbeiten würde, lag damals völlig ausserhalb meiner Vorstellung.
Meine Botschaft



