Dieser Blogartikel ist vor einigen Jahren entstanden und lag bis heute, mit einigen anderen Artikeln auf meiner alten und ersten Website bindungs-raum.ch. Meine alte Website möchte ich bis Mitte-Ende Jahr 2026 aufzulösen und alle Artikel überarbeitet auf meinen jetzigen Blog veröffentlichen.
Mein Menschenbild und meine Überzeugung, dass jedes Kind von Anfang an O.K. ist, hat sich seither nicht gross verändert höchstens vertieft und ich freue mich, dass ich den Text fast in der ursprünglichen Version auf meiner Website für meine Leser veröffentlichen kann.
Wer ich bin
Ich bin Mensch.
Frau. Ehefrau. Mutter.
Tochter. Schwester. Freundin. Bekannte.
Ich lebe in der Schweiz, in Europa. Auf der Welt
Mein Glaube
Ich bin Christin.
Ich glaube an Jesus Christus.
Ich bin Königstochter
Ich glaube an das Leiden,
an Schuld,
an den Tod
und an die Auferstehungskraft –
weil ich sie erlebe.
und noch vieles mehr…
6. Januar 2026. Dreikönigstag, Ich darf einen ganzen Tag lang die Krone tragen. 💞😅👸
Mein Verständnis von Menschsein
Glaube als gelebte Beziehung
Mein Glaube ist kein theoretisches Konstrukt. Er ist gewachsen durch das lesen und studieren der Bibel, aus Erfahrung, aus Schmerz, durch Offenbarung, aus Beziehung, aus Hoffnung, durch die Geburt meiner Tochter, und dem bindungsbasierten Entwicklungsansatz nach Dr. Gordon Neufeld.
Die Auferstehungskraft Jesu Christi ist für mich nicht nur ein theologischer Begriff, sondern eine erfahrbare Wirklichkeit: dort, wo Trennungserfahrungen durch Tränen und Trauer überwunden werden, wo Beziehung heilt und wo neues Leben möglich wird – mitten in aller menschlichen Verletzlichkeit. Und am Ende der Zeit durch die körperliche Auferstehung mit einem neuen ewigen Leib.
Warum wir das Verhalten von Kindern oft moralisch deuten
Ein prägender Satz aus der Vertrauenspädagogik
Vor vielen Jahren sagte Heinz Etter aus der Vertrauenspädagogik einen Satz, der mich nachhaltig geprägt hat:
„Deutet nicht das unreife Verhalten von Kleinkindern moralisch.“
Ich verstand diesen Satz zunächst – aber ich begriff ihn noch nicht in seiner Tiefe. Warum neigen wir dazu, das Verhalten von Kleinkindern moralisch zu bewerten? Warum reagieren wir so oft mit Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur eines Kindes?

Kleinkinder entwickeln Scham und Minderwertigkeitsgefühle.
Ein altes Menschenbild – und warum es sich bis heute hält
Mein Ringen mit der Erbsündenlehre
Ein sehr altes Menschenbild wirkt bis heute in unserem kollektiven Denken fort – oft unbewusst: die Vorstellung, der Mensch sei von Geburt an verdorben, sozial unfähig und grundsätzlich problematisch. Dieses Denken hält sich hartnäckig, selbst in Zeiten der Aufklärung. Es beeinflusst Erziehung, Pädagogik und unseren Umgang mit kindlicher Unreife bis heute.
Persönliche Auseinandersetzung
Als selbst Betroffene habe ich über viele Jahre hinweg über diese Fragen nachgedacht, geforscht, studiert, therapiert und meditiert – theologisch, psychologisch und pädagogisch.
Ein wichtiger theologischer Bezug
Nach langem Prüfen habe ich mich unter anderem der Sichtweise von Joseph Ratzinger angeschlossen. Er verstand die Erbsünde nicht als biologische Vererbung persönlicher Schuld, sondern als kollektive menschliche Verstrickung der Geschichte, in die jeder Mensch hineingeboren wird.
Am 20. April 2007 sagte Papst Benedikt XVI.:
„Niemand hat die Möglichkeit, an einem perfekten Punkt Null anzufangen und sein Gutes in völliger Freiheit zu entwickeln.“
Diese Sicht hat mir geholfen, Schuld von Entwicklung zu unterscheiden.

Jedes Kind ist von Anfang an O.K.
Entwicklung statt moralischer Bewertung
Heute ist es meine tiefe Überzeugung: Jedes Menschenkind kommt O.K. auf die Welt. Ein Baby ist abhängig, verletzlich und entwicklungsbedingt unreif – nicht falsch. Egoismus ist nicht angeboren, sondern Ausdruck eines unreifen Bindungsinstinkts, mit dem Säuglinge auf die Welt kommen. Sollen wir Kinder dafür verurteilen, beschämen oder bestrafen? Natürlich nicht.
Bindungssichere Elternschaft
Wie ein Kind sein menschliches Potenzial entwickelt und entfaltet, hängt in erster Linie mit seinen Bindungspersonen zusammen – von deren Reaktionen auf Abhängigkeit, Unreife und Verletzlichkeit.
Eine bleibende kulturelle Aufgabe
Es bleibt eine grosse kulturelle Herausforderung, Elternschaft immer wieder neu als sicheren Bindungsort zu gestalten: frei von Anklage, Misstrauen, Schuldzuweisung und Scham.

Eltern – Kind Bindung als Ort der Geborgenheit und Nestwärme.
Eigene Prägungen reflektieren
Das bedeutet auch, sich mit eigenen schmerzhaften Kindheitserfahrungen auseinanderzusetzen – was denke ich heute über Bindung und emotionale Nähe zwischen Eltern und Kinder?
- Mein Kind ignoriert mich? (Es hört nicht auf mich, es macht was es will, es ist nicht gehorsam, es nimmt mich nicht ernst ect. )
- Mein Kind greift mich an? (Es manipuliert mich, es schlägt mich oder andere Kinder bewusst, es ist aggressiv, es ist böse, gebe ich ihm den kleinen Finger nimmt es die ganze Hand ect. )
- Der andere verlässt mich? (ich werde mein Kind wieder verlieren, es passiert etwas schreckliches ect.)
Durch den hierarchischen Bindungsansatz dürfen wir Bindungsdenkmuster erkennenden und frei werden von limitierenden Macht, die uns immer irgendwie im Opferdenken festhält.

Was sind meine Kinder Bindungs-Beziehungserfahrungen?
Trennungserfahrungen gehören zum Menschsein
Verletzlichkeit als Teil des Lebens
Wir alle leben in einer verletzlichen, unvollkommenen Welt. Trennungserfahrungen gehören zum Leben – kleine wie grosse. Die Frage ist nicht, ob und wie wir sie vermeiden können, sondern wie wir ihnen begegnen:
allein oder tröstlich gemeinsam, beschämend oder tröstlich verbindend.
Allein oder tröstlich gemeinsam, beschämend oder tröstlich verbindend auf der Brücke des Lebens.
Meine Haltung heute
Begleitung von Eltern und Kindern
Heute begleite ich Eltern mit ihren Babys, Kleinkinder, Kinder aus der Überzeugung heraus, dass Entwicklung Zeit braucht und hierarchische Bindung Ordnung, Sicherheit, und Heil(ung) in der Eltern Kind Beziehung herstellt.
Schlussgedanke
Ich glaube eine Elternschaft, die aus hierarchischer Bindung handelt Schuldgefühle als Teil der elterlichen Verantwortung anerkennt. Wenn wir beginnen, Kinder nicht moralisch zu bewerten, sondern entwicklungsorientiert zu begleiten, entsteht Raum für Wachstum – auf beiden Seiten. Es entsteht ein zu-wa – weil zusammenwachsen verbindet 💞
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